Demo zum Knastantritt

Menschen begleiteten die Klimaaktivistin Franziska zum Bühler Knast, wo sie 15 Tagessätze wegen einer Bauplatzbesetzung in Hamburg-Moorburg absitzen muss.

Los ging’s am Bahnhof mit Fotoshooting für die anwesende Lokalpresse. Die erste Station waren die Bühler Stadtwerke, wo es leckeren Kohle- und Atomstrom zu erwerben gibt.

Weiter ging’s in die Innenstadt, zum Amtsgericht und schließlich zur Außenstelle Bühl der Justizvollzugsanstalt Karlsruhe.

Während der Zwischenstationen wurden knastkritische Texte verlesen. Aus dem Buch
Ein Tag im Leben des 179212 von Jens Söring, wurde ein Text über HIV und Sanktionierung im Knast gelesen, aus Thomas Mayer Falks Buch, Nachrichten aus dem Strafvollzug ein Text über Knastprivatisierung, und Texte und Gedichte aus dem Buch: So wächst die Mauer zwischen Mensch und Mensch.
Außerdem wurde veganes Essen angeboten (was Franziska während ihres Aufenthalts hoffentlich auch erhält) und Flyer verteilt.

Begleitet wurde die kleine Demo von zwei nervenden Gegendemonstranten der Initiative „Sicheres Baden“, die Unterschriften für die Sicherungsverwahrung für Klimaaktivist_innen sammelten. „Es kann nicht sein, dass Menschen im Deckmäntelchen des Klimaschutzes Gesetze übertreten und damit der deutschen Volkswirtschaft schaden. Wir begrüßen die Gefängnisstrafe für die Klimaschutzstraftäterin, müssen aber darauf hinweisen, dass es unverantwortlich ist, sie nach 15 Tagen wieder auf freien Fuß zu lassen. Kein Kohlekraftbetreiber kann mehr sicher sein, vor einer erneuten Bauplatzbesetzung. Lebenslange Haftstrafen wären das einzige Mittel um solche Schädlinge der Volkswirtschaft abzuschrecken“, wiederholten die beiden Sicherheitsfanatiker ständig und konnten damit leider tatsächlich Unterschriften gewinnen, für eine Petition an den Bundestag.

Am Knast hieß es dann Abschied nehmen. Bis in 15 Tagen!

Vattenfall abschalten!

Wer Franziska schreiben will, sollte einen frankierten Rückumschlag beilegen:Franziska Wittig, JVA Karlsruhe, Außenstelle Bühl, Hauptstraße 94, 77815 Bühl

Wer anonym bleiben will kann auch eine Mail an knast ätt riseup.net schicken, die wir dann ausdrucken und weiterleiten an Franziska.


1 Antwort auf „Demo zum Knastantritt“


  1. 1 ich 16. August 2010 um 17:34 Uhr

    Vattenfall abschalten? Fraglich, wie Du dann an Strom für Deinen Computer kommst um diesen Blog zu schreiben. Doppelmoral ick hör dir trapsen…

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