Archiv für November 2011

Grüße von Franziska

Hallo, hier schreibt Franziska. Ich habe heute meinen zweiten „richtigen“ Haft-Ausgang. Leider reicht er nicht um zur Castor-Strecke zu fahren. Deshalb nutze ich die Gelegenheit euch allen da draußen viel Erfolg in den nächsten Tagen zu wünschen. Gerade jetzt, wo uns eine Weiterlaufgarantie für mehrere Jahre bzgl. der meisten Kraftwerke als Ausstieg und ein Festhalten an Gorleben als neutrale Endlagersuche verkauft werden sollen, ist euer Protest um so wichtiger! Ich bin in Gedanken bei euch! Macht’s gut und seid kreativ :)

Umzug & Ausgang

Geschrieben von Franziska am 15.11.2011

“ Heute war Umzug. Von A nach B. Der offene Vollzug hier ist in sechs Stationen unterteilt: A – F. In jeder Station gibt es eine Küche, einen Fernsehraum und knapp zehn Hafträume. A ist im Erdgeschoss gleich hinter der Pforte. Das hat zwar den Vorteil, dass frau dort die Zählungen kaum verpassen kann – morgens bin ich sogar immer (außer heute) schon durch das Fußgetrappel im Gang rechtzeitig aufgewacht. Aber das bedeutet auch sonst eine höhere „Lärmbelastung“. Jeder Gang zur Pforte, den eine Mitgefangene macht, ist zu hören. Immer wieder gibt es Gespräche auf dem Gang vor den Zellen. Zudem stehen die Insassinnen auf Station A lagebedingt unter stärkerer Beobachtung.
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Offen oder geschlossen?

Von Franziska geschrieben am 08.11.2011

„Schon letzte Woche ist es hier im offenen Vollzug immer voller geworden. Das liegt vor allem daran, dass viele aus dem geschlossenen Vollzug hierher verlegt wurden. Dort soll, wie erzählt wird, noch voller sein. Während sich einige freuen hier zu sein, wo einiges freier und flexibler ist, wünschen sich andere zurück in den geschlossenen Vollzug. Sie zählen dessen Vorzüge auf: mehr Aufschluss als hier (Viele sagen Dinge wie: „Was bringt das? Du hast hier zwar den ganzen Tag die Tür theoretisch offen, darfst aber trotzdem nicht aus deiner Zelle!“), Sportprogramme, Radio, bessere Bibliothek,… Auch Kleinigkeiten werden genannt, so vermisst eine beispielsweise die Milch, die drüben regelmäßig einmal wöchentlich ausgegeben wird. Vorteile hier wie zum Beispiel der Wegfall der Postkontrolle sind für viele nicht relevant, da sie eh kaum Post erhalten. Die von allen Gefangenen erstrebten Ausgänge sind erst nach längerer Prüfung möglich, und die meisten der „Neuzugänge“ werden in kürze regulär entlassen oder hoffen auf Weihnachtsamnestie. (mehr…)

Franziska bekam Besuch

Von Franziska geschrieben am 05.11.2011

“ Diesen Mittwoch hatte ich meinen ersten Besuch. Erstritttenen Besuch. Grundsätzlich ist hier Besuch alle drei Wochen möglich. Immer Mittwochs zwischen 13 Uhr und 15 Uhr – sofern Platz ist. Zuvor muss der Besuch aber beantragt werden.

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Solitranspi in Bremen

In Zusammenhang mit einer Demonstration gegen Atomkraft am 5. November in Bremen und den schlechten Versuchen Atomtransporte durch das Bundesland Bremen zu verbieten, wurde ein Transparent an einer sehr gut sichtbaren Stelle an der Universität Bremen bezüglich Franziskas Inhaftierung aufgehängt.

Freiheit für alle!

Liebe Grüße an Franziska aus dem Norden!

Gedanken zum Verschub

von Franziska geschrieben am 1.11.11

“ Meine Pinnwand lebt. Zwar habe ich keine Pinnadeln aber Tesafilm. So kommen täglich neue Postkarten und anderes dazu. Ein großes Plakat „Atomausstieg ist Handarbeit“ und ein paar alte Fotos aus meiner Kindheit habe ich da zu Beginn aufgehängt. Inzwischen habe ich viel Post bekommen, von der ein Teil an meiner Pinnwand hängt und immer wieder erneuert, umsortiert wird: künstlerisch wertvolle Postkarten, Fotos vom Haftantritt, Bilder von Atomprotesten und Widerstandsformen, Gedichte (Rilkes Panther, Fried über Gewalt,…), schöne bunte Zeichnungen von noch kleinen Menschen, sinnhafte und sinnfreie Sprüche – unglaublich was da auf nichtmal zwei Quadratmetern Platz findet.
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Soli-VoKÜ für Franziska am vergangenen Mittwoch

Am Mittwoch, den 2.11.2011, veranstalteten Aktivist_innen eine vegane
Volxküche in der Raumstation Rödelheim in Frankfurt am Main im Rahmen
von Franziskas Knastaufenthalt. Neben Gemüse-Nudel-Suppe, Mandarinen und
Rosinenbrot wurden die Anwesenden bei gemütlichem Beisammensein über den
Hintergrund des Knastaufenthalts, die Aktion, den Prozess und die
aktuelle Situation von Franziska informiert. Abschließend wurde ein
Kurzfilm über die Castorblockade gezeigt.
Der gesamte Gewinn und die Spenden einzelner Personen gehen an die
Aktionsgruppe.

Prozess wurde verschoben

Am 29.11 wollte das Amtsgericht Tiergarten Berlin einen Prozess gegen Franziska wegen Hausfriedensbruch neu beginnen. Dafür hätte sie aufwendig von Frankfurt nach Berlin verschubt werden müssen. Nun wurde der termin abgesagt und für Februar neu angesetzt. Ob es die Protestfaxe, die Protestpostkarten, die Nachfragen von Journalist_innen oder der Verlegungsantrag von Franziska waren, der das Gericht bewogen haben den termin auf den 2.2.2012 zu verlegen können wir nicht sagen, wir danken jedoch allen, die sich für Franziska eingesetzt haben.