Mittelloser Aktivist in Erzwingungshaft

Karsten wurde Verhandlung am Montag, den 09.01.2012 durch die Polizei verhaftet und für 7 Tage in „Erzwingungshaft“ genommen. Hintergrund ist ein Bußgeld wegen einer Verkehrsordnungswidrigkeit (er arbeitete früher als LKW-Fahrer), das er nicht zahlen kann.
Er sitzt voraussichtlich bis kommenden Montag in der JVA Lüneburg. Briefe an ihn sind erwünscht.

Die Adresse von Karsten bis zum 16.01.2012 lautet wie folgt:

    Karsten Hilsen
    Justizvollzugsanstalt Uelzen
    Abteilung Lüneburg
    Am Markt 7c
    21335 Lüneburg

Karsten wurde auf Grund eines Strafbefehls zur Vollstreckung der Erzwingungshaft nach der Verhandlung vor dem Landgericht (Keksprozess gegen Karsten wegen Containtern) festgenommen. Seine Verhaftung hat allerdings mit der besagten Verhandlung rechtlich nichts zu tun. Politisch aber schon.
Vor dem Landgericht steht Karsten, weil er abgelaufene Kekse aus einer Mülltone einer Großkonditorei entwendet hat. Karsten „containert“ aus politischer Überzeugung, aus Protest gegen die Wegwerfgesellschaft. Aber auch auf Grund seiner „prekären finanziellen Verhältnisse“, wie er sagt.
Im Gefängnis sitzt Karsten ebenfalls aus Grund seiner „prekären finanziellen Verhältnisse“. Im Fachjargon heißt es Erzwingungshaft. Faktisch geht es um Klassenjustiz. Mit der Haft soll von Karsten Geld erzwungen werden, das es nicht hat! Und durch die Erzwingungshaft wird die Forderung nicht getilgt.

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