Archiv der Kategorie 'Knastaufenthalt Franziska 2011'

Karsten wegen Protest gegen Lubmin-Castor in der JVA Lüneburg

Weil er sich gegen diesen Castortransport bei Lubmin in der Dezemberkälte auch wehrte, wurde heute früh der Lüneburger Antiatom- und Robin Wood Aktivist Karsten Hilsen von der Polizei festgenommen. Als Zeichen dafür, dass er weder die Strafe noch die Kriminalisierung von legitimem Protest akzeptiert, hat er sich dafür entschieden, eine Strafe in Höhe von 10 Tagessätzen nicht zu bezahlen sondern in der JVA abzusitzen. (mehr…)

Anti-atomaktivistin aus Haft entlassen

Am Mittwoch, den 21. Dezember 2011 wurde die Anti-Atom-Aktivistin
Franziska nach 69 Tagen aus der Haft entlassen. Wegen Beteiligung an
einer 12-stündigen Gleisblockade, bei der sie und zwei weitere Personen
sich beim Castortransport im November 2008 in einem Betonblock unterhalb
der Schienen nahe der französischen Grenze festkettet hatten, war sie in
der JVA Frankfurt III inhaftiert.
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Danke an euch alle!

Hallo liebe Menschen in der (leider nur relativ) freien Welt,

seit gestern Morgen bin ich wieder „draußen“. Ein seltsames Gefühl so plötzlich die Realität zu wechseln, denn dort hinter Gittern befindet sich tatsächlich eine „völlig andere Welt“. Die Menschen, die gerade noch um mich waren, sind plötzlich weg – dafür habe ich mein geliebtes persönlich-politisches Umfeld wieder. Und weg sind zum Glück auch die seltsamen Regeln, die Starrheit, die Routine. Weg ist der komische Alltag, in dem es alle par Stunden eine Zäsur wie Zählung, Essensausgabe, etc. gab, die meine Zeit in bizarr unpraktische Häppchen verwandelte. (mehr…)

Antiatomaktivistin wird morgen aus Haft entlassen

Die seit Oktober in der JVA Frankfurt III inhaftierte Anti-Atom-Aktivistin Franziska Wittig wird morgen, am 21. Dezember, gegen 8.30 Uhr ,entlassen werden. Sie hatte im November 2008 gemeinsam mit weiteren Aktivist_innen einen Castortransport auf dem Weg ins wendländische Gorleben mit einer Ankettaktion an einen Betonblock aufgehalten.

Franziska hat sich entschieden, die Strafe von 80 Tagessätzen nicht zu bezahlen. Während ihrer Haft hat sie in zahlreichen Briefen berichtet, wie der Alltag in der JVA aussieht. „Dieses System soll Menschen brechen und normieren. Strafen, insbesondere Haftstrafen, zerstören Existenzen und stehen einem konstruktiven Umgang mit Konflikten im Weg. Knäste sind keine Lösungsoption, denn gesellschaftliche Konflikte lassen sich nicht wegsperren.“ so Franziska.

Mit dem Ende von Franziskas Haft am morgigen Mittwoch ist die juristische Auseinandersetzung bzgl. dieser Castor-Blockade jedoch noch nicht beendet, denn es laufen noch immer Ordnungswidrigkeitenverfahren vor dem Amtsgericht Potsdam gegen die damaligen Unterstützer_innen.

Franziska wird morgen früh von Freund_innen von der JVA in Preungesheim abgeholt werden.

Unterstützung

Von Franziska geschrieben am 05.12.2011

“ Letzte Woche erhielt ich viele aufmunternde Grüße von Menschen, die sich dieses Jahr an den vielen erfolgreichen Aktionen gegen den Castortransport ins Wendland beteiligt hatten. Die vielen Schilderungen – beispielsweise von Bezugsgruppen aus Sitzblockaden die an der Schienenstrecke unterwegs gewesen waren – ließen mich indirekt einen Teil der Proteste miterleben. Ich merke, dass es nach wie vor eine starke vielfältige Bewegung gibt und wir noch vieles schaffen können! Das und auch dass Menschen draußen immer wieder in Gedanken bei mir sind, gibt mir Kraft.

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Brief vom 30.11.2011

Franziska wird schon am 21.12.2011 entlassen!

Geschrieben von Franziska am 30.11.2011

“ Hier gibt es ein „Schwarzes Brett“ für wichtige Bekanntmachungen. Da steht zum Beispiel das Scheren verboten sind, wie viele Kleidungsstücke jede haben darf und dass die Seelsorgerin zur Advendsfeier einläd. Seit einiger Zeit findet sich dort auch folgende Bekanntmachung der Anstaltsleitung: (mehr…)

Brief von Franziska vom 28.11.2011

Brief von Franziska vom 28.11.2011

„Seit Mitte letzter Woche nerve ich meine Mitinsassinnen:
„Hast du ein Radio?, Wann kommen Nachrichten?, Könnt ihr mir kurz vor 17 Uhr Bescheid sagen, damit ich die Tagesschau nicht vergesse?“ Viel zu wenig Infos über den Castor-Transport erreichen mich hier und schon gar nicht zeitnah. Selbst die Zeitung kommt in letzter Zeit unregelmäßig bei mir an.
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Brief von Franziska vom 23.11.2011

Brief von Franziska vom 23.11.2011

„Verschubung ist hier immer wieder ein Thema. Ich hatte Glück und Unterstützung, so dass eine Verschiebung meiner Verhandlung erreicht werden konnte und so die Verschubung abgesagt wurde. Anderen geht es nicht so gut. Seit heute früh ist eine Frau, die mit mir auf einer Station wohnt, per Schub nach Bühl unterwegs, weil sie am Freitag in Baden-Baden Verhandlung hat. Immerhin ist sie „nur“ zwei Tage unterwegs, morgen abend soll sie ankommen. Doch für eine Person, die an chronischen Rückenschmerzen leidet und deshalb seit acht Jahren Schmerzmittel bekommt, ist auch ein zweitägiger Transport nur schwer auszuhalten. Die Anstaltsärztin diagnostizierte sie als schubfähig, obwohl einschlägige Atteste vorliegen und auch eine Psychologin hier in der Anstalt sagte, dass meine Mitgefangene nicht schubfähig sei.
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Postkarten aus der Blockade

Der tazblog berichtet:

11.35: Postkarten für Inhaftierte Franziska

Gorleben. Emsiges Postkartenschreiben in der Blockade. Die Karten gehen allesamt an die JVA Frankfurt a.M. Dort sitzt die junge Atomkraftgegnerin Franziska wegen einer Aktion im Jahr 2008 in Haft. 11 Stunden lang hatte sie den Castor aufgehalten, weil sie sich ins Gleisbett einbetoniert hatte. „Wir sind in Gedanken bei Dir und stellen uns für Dich quer“, schreibt eine Gruppe aus Bonn. Vierzig Karten seien schon abgegeben worden, sagt Uwe von der Poststelle, einem weißen Lautsprecherwagen.

Grüße von Franziska

Hallo, hier schreibt Franziska. Ich habe heute meinen zweiten „richtigen“ Haft-Ausgang. Leider reicht er nicht um zur Castor-Strecke zu fahren. Deshalb nutze ich die Gelegenheit euch allen da draußen viel Erfolg in den nächsten Tagen zu wünschen. Gerade jetzt, wo uns eine Weiterlaufgarantie für mehrere Jahre bzgl. der meisten Kraftwerke als Ausstieg und ein Festhalten an Gorleben als neutrale Endlagersuche verkauft werden sollen, ist euer Protest um so wichtiger! Ich bin in Gedanken bei euch! Macht’s gut und seid kreativ :)